Logo Evangelische Kirche in Essen


Nachrichten

Wenn die Seele Schaden nimmt

Bei der Notfallseelsorge arbeiten hauptamtliche Theologen und Ehrenamtliche zusammen

(Essen, 27.09.2018) Die Ökumenische Notfallseelsorge Essen wird alarmiert, wenn eine Todesnachricht überbracht oder ein häuslicher Todesfall untersucht wird, wenn Menschen nach einem schweren Unfall Beistand benötigen oder suizidgefährdet sind. Notfallseelsorger betreuen Menschen in akuten Verlustsituationen und helfen ihnen zu trauern. Die Rufbereitschaft steht Rettungsdiensten, Feuerwehr und Polizei 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Ab sofort können sich Ehrenamtliche für einen neuen Ausbildungskurs anmelden.

Seit der Gründung der Ökumenischen Notfallseelsorge Essen im Jahr 2001 ist die Zahl der Einsätze ständig gestiegen – von 63 im ersten Jahr über 91 (2006) auf über 150 (2017). Im Durchschnitt wird die Notfallseelsorge heute dreimal pro Woche alarmiert. Das Team der Notfallseelsorge besteht aus Theologen und ehrenamtlich Mitarbeitenden. Im kommenden Jahr, vom 9. Januar bis zum September, bieten die Essener und die Mülheimer Notfallseelsorge einen Lehrgang für Neueinsteiger an: Themen sind vor allem Grundlagen der Traumapsychologie und Kommunikation, Umgang mit Belastungsreaktionen sowie die Strukturen bei Feuerwehr, Polizei, Rettungsdiensten und in der Kirche. Hinzu kommen Einsatzpraktika bei Rettungsdiensten und Polizei. Die Kursabende finden mittwochs von 18:30 Uhr bis 21 Uhr (außer in den Schulferien) abwechselnd in Essen und in Mülheim statt; außerdem sind drei Ausbildungswochenenden geplant.

Wer sich für den Dienst bei der Notfallseelsorge interessiert, sollte körperlich und seelisch belastbar sein und sich auch in schwer zugängliche Verhaltensweisen einfühlen können. Wichtig ist die Fähigkeit zur Selbstreflexion und Distanzierung, um eigene Reaktionen einordnen zu können. Notfallseelsorger verabschieden Verstorbene auf Wunsch der Angehörigen mit einem Gebet oder christlichen Ritual; sie sollten daher Mitglied einer Kirche sein. Voraussetzungen sind ferner ein Mindestalter von 35 Jahren und das Einverständnis, an 14 Tagen im Jahr die Rufbereitschaft zu übernehmen. Für die Fahrt zum Einsatz sorgt das DRK. Damit die Anfahrt nicht zu lange dauert, sollten die Teammitglieder in Essen wohnen. Die Ausbildung ist kostenfrei. Nach dem Abschluss findet ein Gespräch über die weitere Mitarbeit statt; einen Anspruch auf Mitwirkung in der Notfallseelsorge besteht nicht.

Für weitere Informationen und Anmeldungen steht die Koordinatorin der Ökumenischen Notfallseelsorge Essen, Pastorin Kordula Bründl, unter notfallseelsorge(at)evkirche-essen.net zur Verfügung. Ein unverbindlicher Informationsabend findet am Mittwoch, 5. Dezember, von 18:30 Uhr bis 20 Uhr in der Feuer- und Rettungswache 2 in Mülheim-Heißen, An der Seilfahrt 17-19 (Treffpunkt im Hof), statt.

 

 

 

nach oben ▲